Gutes Splitting, schlechtes Splitting

Dank des Bundesverfassungsgerichts können Lesben und Schwule die eingetragene Lebenspartnerschaft auch als Steuersparmodell nutzen. Das ist vielleicht sogar eine gute Nachricht. Zunächst einmal freut es mich für jede Partnerschaft, die vom Ehegattensplitting profitieren kann (wie die der Handelsblatt-Redakteurin, sie freut sich auf ein neues Rennrad. Nein, wirklich. Von Anfang an alle Pflichten zu erhalten, aber dann Recht für Recht vor Gericht erstreiten zu müssen – was für eine peinliche Nummer für einen aufgeklärten, westlichen Staat. Was, bitte, ist an „gleiche Pflichen = gleiche Rechte“ so schwer zu verstehen?

Aber treten wir einen Schritt zurück und schauen uns das ganze Bild des Ehegattensplittings an: Ein verheiratetes Paar spart Steuern, weil es unterschiedlich viel verdient? Ich kann darin beim besten Willen keinen gesellschaftlichen Vorteil erkennen, der so groß ist, dass der Staat freiwillig auf Einnahmen verzichten sollte. Und daher stimmt mich das Urteil so hoffungsvoll.

In konservativen Kreisen wurde die Ehe bislang zum ideologischen Bollwerk gegen Lesben und Schwule aufgeblasen. Jetzt lässt sich vielleicht auf einer breiten Basis diskutieren, welche Form des Zusammenlebens für eine Gesellschaft so sinnvoll ist, dass wir sie fördern und unterstützen wollen. Und das bedeutet eine große Chance für alle allein erziehenden Eltern, Co-Mütter, Co-Väter sowie klassischen Familien, die gesellschaftliche Wertschätzung zu erfahren, die sie verdienen.

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